Fr., 05.11.2021 // 19:00

AG Frieden. Unsicherheitspolitik

TUFA Trier – Kleiner Saal
Vortrag & Diskussionsrunde
AG Frieden. Unsicherheitspolitik

Vortragsreihe der AG Frieden

Drohnen, Killerroboter, automatisiertes Töten oder die 3. Revolution der Kriegsführung

Schon heute werden in vielen Armeen unbemannte Waffensysteme wie beispielsweise Drohnen
eingesetzt. Einige, insbesondere Abwehrsysteme, können bereits weitgehend autonom handeln. Einige
wenige Staaten sind willens, auch Angriffswaffen mit hohem Autonomiegrad und geringer oder keinerlei
menschlicher Kontrolle, also Killerroboter, zu entwickeln, produzieren und einzusetzen.

30 Staaten wollen tödliche autonome Waffensysteme mit einem völkerrechtlich verbindlichen Instrument
verbieten. Gespräche dazu laufen im Rahmen der UN-Waffenkonvention (CCW). Deutschland nimmt
dabei eine janusköpfige Haltung ein. Im Koalitionsvertrag von 2018 ist die Absicht festgeschrieben,
Killerroboter weltweit zu ächten. Doch auch teils durch die Positionierung Deutschlands in den
Gesprächen wird sich in diesem Gremium von diesem eigens gesetzten Ziel mehr und mehr entfernt.
Zudem hat die Corona Pandemie die Gespräche in Genf ausgebremst.

In Deutschland konnte eine Bewaffnung von Drohnen in der Legislaturperiode 2017-2021 noch
abgewendet werden. Jedoch wurde das Leasing von Heron-TP Drohnen und der gemeinsam mit
Frankreich, Italien und Spanien zu entwickelnden und beschaffenden Eurodrohne beschlossen. Für die
Entwicklung eines zukünftigen Luftkampfsystems (FCAS) mit Frankreich, mit neuem Kampfflugzeug und
Drohnen mit weitgehenden autonomen Funktionen, wurden kurz vor der parlamentarischen
Sommerpause 2021 noch Gelder freigegeben. Die Frage ist jetzt, wie es nach der Bundestagswahl am
26. September weitergeht.

Im Vortrag werden Begriffe der Diskussion um „Killerroboter“ erklärt und dargelegt, warum Staaten an
diesen Systemen interessiert sind, wie die diplomatischen Gespräche in Genf verlaufen und was die
Zivilgesellschaft tun kann, um autonome Waffensysteme zu verhindern. Ein Beispiel dafür ist die
internationale „Campaign to Stop Killer Robots“. Der Referent, Marius Pletsch, wird Einblick in und einen
Ausblick für die Arbeit der Kampagne geben und auch Hinweise zu Alternativen für eine zivile und sozial
und gesellschaftlich verträgliche Nutzung der Technologie.

Referent: Marius Pletsch studiert Politikwissenschaften und Philosophie an der Universität
Trier, Beirat Informationsstelle Militarisierung, Redaktionsmitglied Wissenschaft & Frieden und
Campaigner für die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)

Veranstalterinnen: AG Frieden und DFG-VK Trier in Kooperation mit der Heinrich Böll
Stiftung RLP

Anmeldung erforderlich, bitte eine Email unter Angabe von Name, Anschrift und Telefon an
buero@agf-trier.de schicken. Es gelten die aktuelle Coronaverordnung und Schutzmaßnahmen
der TuFa

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