Mi., 27.10.2021 // 19:00

AG Frieden. Unsicherheitspolitik

TUFA Trier – Kleiner Saal
Vortrag & Diskussionsrunde
AG Frieden. Unsicherheitspolitik

Vortragsreihe der AG Frieden

Atomkrieg aus Versehen oder wie der Klimawandel die Atomkriegsgefahr zusätzlich erhöht

Das Atomkriegsrisiko, insbesondere die Gefahr eines „Atomkriegs aus Versehen“ ist derzeit sehr hoch,
was auch durch die Atomkriegsuhr mit einem Stand von 100 Sekunden vor Zwölf dargestellt wird. Das
Risiko eines Atomkriegs aus Versehen geht von Frühwarnsystemen zur Vorhersage von möglichen
Angriffen durch Atomraketen aus. Fehlalarme können hierbei zu gefährlichen Situationen und eventuell
zu einem Atomkrieg führen. Dieses Risiko wird in Zukunft steigen, denn mit dem Ende des INF-Vertrages
hat bereits ein neues Wettrüsten begonnen. Hyperschallraketen werden die Vorwarnzeiten so weit
reduzieren, dass die verfügbare Zeit für Menschen nicht reicht, um eine kritische Situation zu bewerten.

Zur Entscheidungsunterstützung werden immer mehr automatische Systeme (Künstliche Intelligenz) zum
Einsatz kommen. Aufgrund mangelnder Testmöglichkeiten kann es hierbei zu schwerwiegenden Fehlern
kommen. Künftige Konflikte werden auch zunehmend von Cyberangriffen begleitet sein. Hierbei kann es
zu unkalkulierbaren Wechselwirkungen mit Frühwarnsystemen und den Nuklearstreitkräften kommen.
Der Klimawandel wird vermutlich dazu führen, dass bereits in wenigen Jahrzehnten verschiedene
Regionen unbewohnbar werden und damit vermehrt Klimaflüchtlinge verursachen. Dadurch wird es in
Zukunft häufiger politische Krisen und Konflikte geben, als Folge werden Raketenangriffsmeldungen in
Frühwarnsystemen deutlich gefährlicher.

Der Vortrag behandelt diese Zusammenhänge und wie der Klimawandel die Atomkriegsgefahr verstärkt.
Zudem verdeutlicht der Referent die Bedeutung von gegenseitigem Vertrauen und geeigneten
Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Atommächten, um in Krisensituationen einen Atomkrieg aus
Versehen zu verhindern. Auch die Frage nach Alternativen zum atomaren Wettrüsten und der „nuklearen
Abschreckungsideologie“ sollen behandelt werden, ebenso wie die Frage was Initiativen der
Friedensbewegung und von Einzelpersonen auch in Trier oder Büchel wo der Einsatz von USAtomwaffen
von der Bundeswehr geübt wird, zum Thema beitragen können.

Referent: Prof. Dr. rer. nat. Karl Hans Bläsius (Hochschule Trier / Informatik)
Prof. Bläsius beschäftigt sich u.a mit Atomkriegsrisiko durch Frühwarnsysteme sowie Cyberangriffe:
www.atomkriegausversehen.de Er ist Mitglied des Forum InformatikerInnen für Frieden und
gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) und der AG Frieden Trier.

Veranstalterinnen: AG Frieden und DFG-VK Trier in Kooperation mit der Heinrich Böll
Stiftung RLP

Anmeldung erforderlich, bitte eine Email unter Angabe von Name, Anschrift und Telefon an
buero@agf-trier.de schicken. Es gelten die aktuelle Coronaverordnung und Schutzmaßnahmen
der TuFa

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