Do., 03.02.2022 // 20:00

Gardi Hutter & Compagnie: Gaia Gaudi

TUFA Trier – Großer Saal
Comedy & Kabarett
Gardi Hutter & Compagnie: Gaia Gaudi

Glücklicherweise sterben wir. Es wäre ja sonst viel zu eng auf dieser Erde, auf keiner Parkbank fände sich noch ein freier Sitzplatz, und Theaterkarten für heute Abend hätte man schon vor Jahrzehnten reservieren müssen.

Der Tod schafft Raum, für die nächsten und weitere Generationen, und ermöglicht so Verlebendigung. Gardi Hutter, alias Hanna, hat Übung im Sterben. In bisher acht Stücken war sie am Schluss sieben Mal tot. Der Tod des Clowns provoziert das ursprünglichste Lachen, das die Menschen erfunden haben, um sich mit dem unabwendbaren eigenen Ende auszusöhnen.
In GAIA GAUDI ist Hanna gleich von Anfang an tot. Das Publikum versteht das sofort, nur Hanna nicht. Von so etwas Unwichtigem lässt sie sich nicht aufhalten. Man sagt, die Seele eines Verstorbenen bleibe noch eine Weile im Raum. Hannas Seele flattert so ungetrübt, dass der Körper sie genervt packt und hinüber bugsiert: er hört das Rumoren der nächsten Generation. Der Tod ist, wie jeder Schlusspunkt, auch immer ein Anfang, und in diesem Sinne ein Übergang: für Gläubige in eine andere Welt, für Wissenschaftler in einen anderen Zustand, und für Theaterleute in eine andere Phantasie. In GAIA GAUDI geht es um Wurzeln und um Flügel. Um Beständigkeit und Erneuerung, und um den grossen Strom von Generationen, die das Leben immer weitergeben – und sich ab und zu auch auf die Köpfe hauen.

Von/mit: Gardi Hutter, Neda Cainero, Juri Cainero, Beatriz Navarro
Regie/Coautor: Michael Vogel (künstl. Direktor: Familie Flöz)
Musik: Juri Cainero, Neda Cainero
Choreographie: Beatriz Navarro
Assistenz: Heleen Klooker
Kostüme: Valentina Rinaldi
Bauten: Thomas Fri Freydl
Masken: Mafalda da Camara, Beatrice Hutter
Team Coaching: Marianne & Ivan Verny
Tour Technik: Raffaella Benini, Rebecca Vonlaufen, Marius Kirch

In Koproduktion mit:
Theater am Hechtplatz, Zürich | LuganoInScena (LAC Lugano) | Theaterhaus Stuttgart

Die Produktion Gaia Gaudi wurde 2019 zum Schweizer Theatertreffen nominiert.

Als Gardi Hutter in den 70iger Jahren an der Zürcher Hochschule der Künste zu studieren begann, machte man ihr wenig Hoffnung, als Clown erfolgreich sein zu können. Sie wäre zu klein, zudem seien nur Männer komisch, Frauen könnten nur tragisch sein. Wie sehr sich die Professoren irren sollten, zeigt ihr erfolgreiches, absolut einmaliges und bewegtes Künstlerleben. Vor wenigen Tagen hat ihr dieselbe Hochschule den Ehrendoktortitel verliehen.

Veranstalter: Tuchfabrik Trier e.V. | Hier geht’s zu den Tickets

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