Fr., 08.10.2021 // 17:00

Hexen und Feminismus – gestern und heute

TUFA Trier – Großer Saal
Vortrag & Diskussionsrunde
Hexen und Feminismus – gestern und heute

Fachtagung des Frauennotrufs Trier in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung RLP

Die Hexenverfolgung begann mit der Neuzeit und erreichte ihren Höhepunkt im 16. und 17. Jahrhundert, einer Epoche, in der die Wissenschaft anfing, die Welt neu zu ordnen. Den geistigen Weg ebneten unzählige misogyne Schriften, die gegen Ende des Mittelalters verfasst wurden. Die Hexenjagd traf nicht nur, wie oft geglaubt, Frauen, die nicht den Normen entsprachen, bzw. Heilerinnen oder Hebammen. Vergangene Hexen waren nicht immer aufmüpfig, oder haben sich  etwas zu Schulden kommen lassen. Oft wurden einfache Frauen (und auch Männer) Opfer einer Hexenjagd. Für Dinge, die Menschen sich nicht erklären konnten, für das Böse wurden Schuldige gesucht, um sie exemplarisch anschließend anzuklagen und zu verurteilen. Als Hexen verurteilte Frauen waren in den patriarchalen Herrschaftssystemen dann doppelt angeklagt.

Interessanterweise waren die Hexenverfolgungen besonders in Deutschland und in der Schweiz ausgeprägt, vor allem in katholischen Gebieten wie Köln oder Trier, die an der Grenze zu protestantischen Regionen lagen. Die Folgen der Hexenverfolgung und des daraus resultierenden desaströsen Frauenbildes finden sich bis heute.

Das Hexennarrativ ist zum feministischen Symbol unserer Zeit geworden und hat ebenso wie die Hexen aus dem Märchen wenig mit der historischen Realität der Hexenverfolgung zu tun. Vielmehr steht es für Autonomie und Selbstbewusstsein, für Rebellion und eine „Jetzt-Reichts-Haltung“. Besonders die jungen Frauen, deren Feminismus genauso durch Popkultur und Politik geprägt wurde, können sich damit identifizieren.

Auf einem Schild, welches eine Frau bei einer Demonstration gegen die polnischen Abtreibungsgesetze trägt, steht folgender Satz, der mittlerweile zu einem Statement feministischer Frauen geworden ist: „Wir sind die Enkelinnen der Hexen, die ihr nicht verbrennen konntet“.

Die Tagung wird sich in drei Vorträgen und einer geführten Stadtführung zu historischen Stätten in Trier mit der Aufarbeitung der Hexenverfolgung und der heutigen Bedeutung des Hexensymbols in Gesellschaft und Politik kritisch befassen.

Folgende Referent*innen werden aus der Forschung Grundlagen zum Thema der Hexenverfolgung, sowie dem Hexennarrativ in den verschiedenen Kulturen bis in die heutige Zeit beleuchten:

  • PD Dr. Rita Voltmer, Uni Trier,
  • Dr. Claudia Opitz Belakhal, Uni Basel,
  • Dr. Michael Schönhuth, Uni Trier

Wir behalten uns vor, nach der dann aktuellen Corona-Situation die Veranstaltung auch komplett digital durchzuführen.

Veranstalterin: Frauennotruf Trier in Kooperation mit der Heinrich-Böll- Stiftung Rheinland-Pfalz |

Eintritt: 15 € für die gesamte Tagung inkl. Pausengetränke (in der Online-Variante 10 Euro)

Die Teilnahme an einem Tag ist möglich mit entsprechend reduziertem TN-Beitrag.  Der Stadtrundgang findet in beiden Fällen statt, unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln.

Anmeldung und Info: info@frauennotruf-trier.de | Tel. 0651/ 49777

Fortsetzung der Veranstaltung am Samstag, 09.10.2021, 9:30 – 17:00 Uhr

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