DER TOD UND WIR

Ein Projekt der TUFA Trier und des Hospiz Trier

„Death is a very dull, dreary affair, and my advice to you is to have nothing whatsoever to do with it.” / „Der Tod ist eine trübselige Angelegenheit, und ich rate Ihnen, sich auf keinen Fall darauf einzulassen.”

– William Somerset Maugham

Sterben, Tod und Trauer in Kultur und Gesellschaft

Ist der Tod wirklich eine trübselige Angelegenheit, auf die man sich keinesfalls einlassen sollte, so wie William Somerset Maugham es sieht? Nein, im Gegenteil. Sterben, Tod und Trauer verdienen als unumgängliche Bestandteile des Le­bens gerade besondere Aufmerk­samkeit. So sind Sterben, Tod und Trauer vor allem aufgrund ihrer individuellen und gesellschaftlichen, aber auch allgemein kulturellen Bedeutung ein Thema, dem sich das Hospiz Trier und die TUFA mit einer Veranstaltungsreihe gemeinsam widmen möchten. Ziel ist es, einer umfassenden gesell­schaftlichen, kulturellen und künstlerischen Aus­einandersetzung mit dem Themenkomplex einen Raum zu geben.

In Kooperation mit der Stadt Trier soll es bei dem über mehrere Jahre angelegten Projekt kulturelle Angebote verschiedener Genres geben, die sich künstlerisch mit der Thematik beschäftigen, von der Ausstellung über Theater und Poetry Slams. Ergänzend dazu wird es auch fachliche Vorträge und Diskussionsrunden geben, die den Diskurs weiter anregen sollen.

Schirmherrschaft: Oberbürgermeister Wolfram Leibe

Aktuelle und kommende Veranstaltungen

Tufa_Der Tod und Wir_Die Übersterblichen_Graphik
Förderung

DIE (ÜBER)STERBLICHEN. Eine letzte Reise
Bürger*innentheater zum Thema Tod

Samstag | 30.10.2021 | 19:30 Uhr | Premiere
Großer Saal | Veranstalter TUFA e.V.

Jede*r zweite Deutsche*r findet, man sollte mehr über den Tod reden. Warum machen wir es dann nicht einfach?

Aber wie spricht man über den Tod, noch dazu auf einer Theaterbühne? Welche Sprache findet man, wo Worte oft fehlen? Das Bürgertheater der TUFA macht sich auf die Reise und befragt das eigene Leben und die gesellschaftlichen Zustände dahingehend, welche Rolle Altern, Vergänglichkeit, Tod und Sterben insbesondere während einer globalen Pandemie spielen. Die Produktion verbindet Schauspiel und zeitgenössisches Tanztheater, mixt Theatertexte mit Interviews und Statistiken und wirft aus unterschiedlichsten Perspektiven – mal witzig, mal berührend, mal informativ – einen Blick auf unseren Umgang mit den letzten Dingen.

Das Projekt wurde 2021 mit dem innovationspreis der Stadt Trier ausgezeichnet.

Mit: Jessica Schultheis, Maher Abdul Moaty, Saif Al-Khayyat und dem Bürger*innen-Ensemble der TUFA

Regie: Judith Kriebel / Choreografie: Hannah Ma / Musikalische Leitung: Saif Al-Khayyat / Ausstattung: Susanne Weibler / Video/Foto: Victor Beusch

Eintritt: VVK: 8/12 € zzgl. Geb. (9,55 €/13,95 €) AK: 10/14 €

Weitere Vorstellungen:
05.11.: 19:30 Uhr | 06.11.: 19:30 Uhr |  19.11.: 19:30 Uhr | 20.11.: 19:30 Uhr | 21.11.: 18:00 Uhr

Gefördert von: Fonds Soziokultur, Stadt Trier, Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration RLP, Kulturstiftung Sparkasse Trier

COPYRIGHT FOTO: Victor Beusch

Dialog mit dem Ende
Eine Wanderausstellung über die Endlichkeit und das Leben

Freitag | 07.01.2022 ||  Eröffnung 19:30  Uhr
Ausstellung 2. OG | Veranstalter: TUFA e.V.| Eintritt frei
Ausstellungsdauer: 07.01. bis 30.01.2022

Das Leben ist einzigartig. Und es wird enden. Reden wir darüber! Auf Initiative des Sozialunternehmers und Gründer des Dialog im Dunkeln e. V. Andreas Heinecke, der bereits zahlreiche erfolgreiche Formate zu schwierigen, manchmal auch unbequemen Themen entwickelt hat, begaben sich die Dokumentarfilmerin Sylvie Hohlbaum und der Fotograf Steffen Baraniak auf die Suche nach Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Zwei Jahre lang haben sie recherchiert und insgesamt 14 Frauen und Männer getroffen, die bereit waren, ihre Gedanken, Gefühle und Ängste zum Thema Sterben mit ihnen zu teilen; darunter sowohl junge Schwerkranke, Menschen mit einer Nahtoderfahrung als auch Hochbetagte.

In der Ausstellung Dialog mit dem Ende werden die eindrücklichen filmischen Porträts und Fotografien präsentiert, die bei diesen Begegnungen entstanden. Darin beantworten die Protagonist*innen existenzielle Fragen wie „Wollen Sie ewig leben?“ oder „Wofür wollen Sie erinnert werden?“. Dialog mit dem Ende versteht sich als Annäherung und lädt dazu ein, in einen eigenen Dialog mit diesem schwierigen und gleichsam ganz alltäglichen Thema zu treten, das – wie die Geburt – natürliche Bedingung des Lebens ist und die Menschen letztlich eint.

der Tod und Wir

Vergangene Veranstaltungen

architektur ausstellung

Erinnerungskultur in Raum und Zeit
Ausstellungsprojekt der Studierenden des Fachbereichs Architektur

Seminar Master WS 2020/21 – Leitung Prof. Dr. Matthias Sieveke und Prof. Andrea Wandel

Donnerstag | 17.06.2021 || Vernissage 18:30 Uhr
Ausstellung 2. OG | Veranstalter: TUFA e.V.| Eintritt frei
Ausstellungsdauer: 17.06. bis 11.07.2021 | Hier können Sie Ihren Termin buchen

Wie lässt sich Erinnerungskultur heute gestalten? Was ist angemessen, was ist zeit­gemäß? Im Rahmen eines Seminars setzten sich Masterstudierende aus der Fach­richtung Architektur der Hochschule Trier konzeptionell mit der Thematik der Erinne­rungskultur auseinander und entwickelten neue Ausdrucks- und Gestaltungsformate für eine zeitgemäße Bestattungskultur.

Der Umgang mit Verstorbenen und einer angemessenen Erinnerungskultur unter­scheidet sich im religiösen, aber auch internationalen Kontext. Die Bestattungskultur in Deutschland und in Europa ist schon seit einigen Jahrzehnten tiefen Veränderungen unterworfen. Traditionelle Bestattungsformen weichen immer mehr individualisierten und pluralisierten Formen der Beisetzung mit verschiedensten Kombinationen neu­er Rituale.

In der Vielfalt des Umgangs mit Tod und Sterben spiegelt sich der sozio­kulturelle Wandel einer Gesellschaft wieder, die von digitalen Medien beeinflusst und zunehmender Mobilität und Individualität geprägt ist. Das hat Auswirkung auf jedem Gebiet dieser Kultur, auf die Gebäude, angefangen bei den Kirchen, über die Leichen­hallen bis hin zu den Krematorien, auf die Friedhöfe, die unterschiedlichste Grab­formen anzubieten und unterschiedliche Beerdigungsformate zu ermöglichen haben. Kommunen müssen sich Gedanken über die Modernisierung von Friedhofsordnungen machen, müssen landschaftsgärtnerische Konzepte entwickeln, und demnächst auch klimaneutral agieren und nachhaltigen Anforderungen entsprechen.

Unter der Betreuung von Prof. Andrea Wandel und Prof. Dr. Matthias Sieveke setzten sich Architekturstudierende theoretisch und konzeptionell mit der komplexen Thema­tik auseinander. In einer theoretischen Annäherung wurden Bestattungsformen und Riten im internationalen Kontext und Bauliche Beispiele analysiert. Aufbauend auf diesen Grundlagen konnten die Studierenden mit eigenen Ideen neue Ausdrucks- und Gestaltungsformate suchen, die den zeitgemäßen Ansprüchen an eine würdige Bestat­tungskultur gerecht werden. Entstanden sind visionäre Objekt- und Raumkonzepte, die im Rahmen des Projektes „Der Tod und Wir“ im 2. OG der TUFA Trier präsentiert werden.

Foto: Frank Burelbach, Titel „Bongard“

La Mode et la Mort
Sterben, Tod und Trauer in Kultur und Gesellschaft

Donnerstag | 06.05.2021 ||  Eröffnungs-Walk-In 15 – 21 Uhr
Ausstellung 1. OG | Veranstalter: TUFA e.V.| Eintritt frei
Ausstellungsdauer: 06.05. bis 17.06.2021
Eine Terminbuchung über www.ticket-regional.de ist erforderlich

Anlässlich der Veranstaltungsreihe „Tod, Sterben und Trauer in Kultur und Gesellschaft“ des Hospiz Vereins Trier und der TUFA, setzte sich, unter der Betreuung von Dipl. Des. Elvira Kempf, das erste Semester der Hochschule Trier im Studiengang Modedesign mit dem Thema Tod, Sterben und Trauer auseinander.

Typische Symbole und Zitate wurden in die Outfits subtil eingearbeitet. Neben der gestalterischen Aufgabe und der experimentellen Auseinandersetzung mit Origami- und Faltentechniken ging es bei diesem Projekt um die Entwicklung eines individuellen modischen Ausdrucks. Dies spiegeln die Outfits wieder.

Berücksichtigt wurde die Historie, dass sich Frauen Jahrhundertelang nach dem Tod eines Angehörigen in schwarze Kleidung hüllten. Vom unförmigen Trauer-Umhang entwickelte sich die Trauerkleidung hin zu immer raffinierteren Gewändern.

Weil im christlichen Abendland die Farbe schwarz mit dem Tod verbunden wurde, kleidete man sich in diese lichtlose Farbe. Für die Trauerzeit begrub man sich im wahrsten Sinne des Wortes unter den Gewändern. Geblieben ist, dass man zur Beerdigung schwarz trägt.

COPYRIGHT FOTO: Saskia Schäfer (Fotografiestudentin an der University of Applied Sciences Europe UE in Berlin)

Modedesign Tod
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